Pro Naturraum Aarau RohrNein zur Mega-Kläranlage in der Salamatt

Eine 5,7 Hektaren grosse Industrieanlage soll mitten in einer Landschaft von kantonaler Bedeutung und Naherholungsgebiet für die Aarauerinnen und Aarauer gebaut werden, ohne ausreichende Abklärungen, mit ungeklärten Kosten und gegen den Willen der Anwohnenden.

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News

Als Nächstes: Entscheid im Grossen Rat (voraussichtlich Anfang 2027) — Der Kantonsrat beschliesst über die Richtplananpassung. Politisches Lobbying ist noch möglich.

Projektübersicht

Was ist die ARA Aarau WSU?

Die Abwasserverbände der Regionen Wynen-, Suhren- und Uerkental planen, ihre bestehenden Kläranlagen vollständig zusammenzulegen.

Die geplante ARA Aarau WSU soll als zentrales Mega-Industriewerk das Abwasser von rund 30 Gemeinden und über 125'000 Einwohnern reinigen.

«Als Standort wurde das empfindliche Gebiet Lähe/Salenmatt in Aarau-Rohr ausgewählt: Ein beliebtes Naherholungsgebiet und wertvolles Kulturland, das direkt über dem grössten Grundwasservorkommen des Kantons liegt.»

Während offizielle Berichte von «mindestens CHF 250 Millionen» sprechen, beziffern detaillierte Fachstudien (z. B. Holinger) die realen Gesamtkosten über die Laufzeit auf bis zu CHF 1,4 Milliarden.

5,7 Hektaren

Landwirtschafts- und Erholungsland, das dauerhaft versiegelt werden soll

Finanzieller Aufwand
Offiziell:CHF 250 Mio.
Vermutete Hochrechnung:bis CHF 1.4 Mrd.

Offizielle und unabhängige Kostenschätzungen klaffen eklatant auseinander (Holinger-Bericht)

30 Gemeinden

sollen ihre etablierte, lokale Kläranlagen-Infrastruktur aufgeben

Direkter Vergleich: die Salamatt heute und geplant

Im Gebiet Lähe/Salenmatt in Aarau-Rohr soll die heutige unversiegelte Kulturlandschaft durch eine Mega-Kläranlage ersetzt werden. Links das heutige Bild, rechts eine Visualisierung der IG — nicht eine Darstellung der Projektierenden.

Heutige Landschaft am geplanten ARA-Standort Lähe/Salenmatt
Heute

Kulturland und Naherholung

Fruchtfolgeflächen, offene Landschaft. Tierkorridore und Naherholungsbereich für Spaziergänger, Jogger und Familien.

Visualisierung der geplanten ARA Aarau WSU am Standort Lähe/Salenmatt
Geplant

Mega-Kläranlage (IG-Visualisierung)

Geplant: 4,2 Hektaren (später 5,7 Hektaren) versiegelt. Dies obwohl am alten Standort gleichsam Fläche vorhanden ist.

Kritikpunkte

Darum sagen wir NEIN zum Standort:

Trinkwasserschutz

Sensibler Standort

Das Gebiet Lähe/Salenmatt ist eine der letzten unversiegelten Naturlandschaften von kantonaler Bedeutung in Aarau. Der Standort liegt direkt über dem nutzbaren Grundwasser (nur 1 bis 2 Meter Abstand) und grenzt an das geschützte Auenbiotop. Besser geeignete Standorte wurden abgetan.

Finanzielles Risiko

Explodierende Kosten

Die offiziell genannten CHF 250 Millionen stehen im krassen Widerspruch zum Holinger-Bericht (Investition von CHF 709 Millionen, Gesamtkosten von CHF 1.399 Milliarden). Die AVAU-Vorfinanzierung musste bereits auf 80 Mio. Franken verdoppelt werden. Unterhalts-, Leitungs-, Zins- und Betriebskosten wurden nicht berücksichtigt.

Klimaanpassung

Stadtklima

Aarau entsiegelt Quadratmeter – und beansprucht Hektaren Kulturland

Die Stadt Aarau investiert Millionen in Klimaschutz, Entsiegelung und Begrünung. Gleichzeitig sollen für die neue ARA Salamatt 42'000 m² bisher unbebautes Kulturland beansprucht werden – langfristig sogar bis zu 57'000 m². Wie passt das zusammen?

Umwelteingriff

Natur- & Gewässerschäden

4,2 Hektaren (später 5,7 Hektaren) wertvollste Fruchtfolgeflächen werden unwiederbringlich zubetoniert, ohne gesicherten Realersatz. Zudem wird das Uerke-Bachbett auf 2,7 km ausgetrocknet und damit ökologisch zerstört.

Landschaftsschutz: Kulturlandschaft Lähe/Salenmatt bei Aarau-Rohr

Wertvolles Kulturland:Die fruchtbare Ackerfläche am geplanten Standort Lähe/Salenmatt würde unwiederbringlich überbaut und zubetoniert werden. Gegenläufig zum Konzept «Hitzeangepasste Siedlungsentwicklung» (Aarau, 2022) wird unnötig eine grossflächig versiegelte Fläche geschaffen.

© IG Pro Naturraum Aarau Rohr

Gewässer-, Grundwasser- und Auenschutz

Quelle: Kanton Aargau Online Karten

Der ARA-Standort «Lähe/Salenmatt» befindet sich im Gewässerschutzbereich Au über einem Grundwasservorkommen von grosser bis sehr grosser Mächtigkeit und direkt im Zuströmbereich der Trinkwasserfassung Rohr II/III, die von hoher kantonaler Bedeutung ist. Der Grundwasserspiegel liegt nur 1 bis 2 Meter unter dem Terrain.

Das kantonale Schutzzonenreglement verbietet Kläranlagen in der Schutzzone S3 ausdrücklich. Eine unabhängige hydrogeologische Risikoabschätzung fehlt bis heute.

Das projektierte Areal tangiert das nationale Auenschutzgebiet an der Aare. Gleichzeitig soll das Uerke-Bachbett auf einer Länge von 2,7 Kilometern austrocknen, was Fisch- und Amphibienlebensräume unwiederbringlich zerstört.

Die wichtigsten Argumente

Unsere Argumentation basiert lückenlos auf offiziellen Planungsberichten, Kantonsrichtlinien und Verträgen. Wählen Sie ein Thema aus:

Standort und Planung

Baurecht, Machbarkeit und Transparenz der Standortwahl

Fakten-Check

Mythos vs. Realität

Die Projektplaner werben offensiv für den Neubau. Vergleichen Sie die offiziellen Werbeaussagen direkt mit den harten, belegbaren Fakten und Quellen.

«Der Zusammenschluss spart Kosten im oberen zweistelligen Millionenbereich»

Behauptung Projektteam

Laut Machbarkeitsstudie 2021 spare der Verbund bis 2080 erheblich gegenüber dem Alleingang jeder ARA.

Belegte Fakten

Im Richtplanantrag steht «mindestens CHF 250 Millionen». Der Holinger-Bericht nennt Investitionskosten von CHF 709 Mio. und Gesamtkosten von CHF 1.399 Mrd., ohne Bauteuerung und Risiken des Grundwasserbaus. Gemäss AVAU-Jahresbericht 2025 fallen die mutmasslichen Projektkosten bereits deutlich höher aus als erwartet: Der Vorstand musste am 13. November 2025 die Zielgrösse der Vorfinanzierung aufgrund gestiegener Bau- und Materialkosten von 40 auf 80 Mio. Franken verdoppeln.

Offizielle Quelle: Holinger-Bericht S. 56 Offizielle Quelle: MRR-Bericht Dez. 2025 Offizielle Quelle: AVAU-Jahresbericht 2025

«Am bestehenden Standort ist keine Erweiterung möglich»

Behauptung Projektteam

Das heutige ARA-Areal biete keine Flächen und Reserven für die gesetzlichen Anforderungen. Der Standort Lähe / Salenmatt biete über das Jahr 2070 hinaus die zwingend erforderliche Ausbaureserve, welche abhängig von der langfristigen Bevölkerungsentwicklung und künftigen Vorgaben sei.

Belegte Fakten

Der Holinger-Bericht bestätigt: «Die Erweiterung ist am bestehenden Standort technisch machbar.» Der 2017 abgeschlossene 95-jährige Baurechtsvertrag für das zusätzliche Schrebergartenareal kostete bereits CHF 420'000 (CHF 42'000/Jahr Reservierungsgebühr). Der Ist-Standort bietet inklusive Schrebergärten 5 Hektaren – völlig ausreichend bis 2070. Die zwingende Reservefläche wird mit übertriebenen Bevölkerungsprognosen berechnet. Zudem ist das geplante 4,2-ha-Layout (später 5,7 ha) mit einem 2000 m² Bürogebäude mitten im Grundwasserbereich eine extreme Landverschwendung und widerspricht dem haushälterischen Umgang mit dem Boden.

Offizielle Quelle: Holinger-Bericht Offizielle Quelle: Baurechtsvertrag 2017 IG-Dokument: IG-Stellungnahme

«17 Standorte wurden umfassend geprüft»

Behauptung Projektteam

Nach einer ersten Triage blieben sechs Standorte, die vertieft bewertet wurden.

Belegte Fakten

Öffentlich einsehbar ist nur die Bewertung der letzten sechs Standorte – wovon fünf in Aarau-Rohr liegen. Nur die Salamatt (Lähe/Salenmatt) ist eine schützenswerte Landschaft von kantonaler Bedeutung und liegt gleichzeitig mitten im sensiblen Zuströmbereich der grössten Trinkwasserfassung der Region. Warum elf Alternativstandorte in der ersten Triage ausgeschieden wurden, bleibt völlig undokumentiert.

IG-Dokument: IG-Stellungnahme Richtplanverfahren

«Grundwasser und Trinkwasserfassungen sind geschützt»

Behauptung Projektteam

Abstände zu den Fassungen Rohr II/III werden eingehalten; der Gewässerschutz hat Vorrang.

Belegte Fakten

Das Areal liegt im Gewässerschutzbereich Au direkt im sensiblen Zuströmbereich der grössten Trinkwasserfassung und der Pumpwerke II/III der Stadt Aarau. Der Bund beauftragte die Kantone gesetzlich, diese Zuströmbereiche parzellenscharf zu erfassen – der Kanton Aargau ist dieser Pflicht bis heute nicht nachgekommen. Das kantonale Schutzzonenreglement verbietet Kläranlagen in der Zone S3 explizit, eine unabhängige Risikoanalyse fehlt weiterhin.

Offizielle Quelle: Schutzzonenreglement Offizielle Quelle: Bundesbeschluss Gewässerschutz IG-Dokument: IG-Argumentarium

«Ökologischer Gewinn: Uerke wird abwasserfrei»

Behauptung Projektteam

Drei Kleingewässer werden entlastet; die Uerke fliesst bei Trockenwetter abwasserfrei.

Belegte Fakten

Das angebliche 'Wasserschutzprojekt' führt dazu, dass das Uerke-Bachbett auf 2.7 km komplett austrocknet. Praxiserfahrungen zeigen, dass kleinere Flüsse nach ARA-Zusammenschlüssen in Hitzeperioden versiegen (wie die Sissel im Fricktal in den Sommern 2018 und 2022). Im Mai 2026 entschied das Kantonsgericht Basel-Landschaft wegweisend, dass bei ARA-Zentralisierungen die ökologischen Folgen für lokale Bäche zwingend genauer geprüft werden müssen – ein starkes Urteil im Sinne des Naturschutzes.

Offizielle Quelle: Kantonsgericht BL Urteil Mai 2026 IG-Dokument: IG-Argumentarium

«Fruchtfolgeflächen werden ersetzt»

Behauptung Projektteam

FFF werden gemäss kantonalem Recht ersetzt; teilweise an den aufgegebenen ARA-Standorten.

Belegte Fakten

4,2 Hektaren (später 5,7 Hektaren) wertvollstes Kulturland werden beansprucht. Für 1,8 Hektaren gibt es Ersatz, für 2,2 bis 3,9 Hektaren nicht. Der gesetzlich vorgeschriebene Alternativennachweis fehlt in den Unterlagen völlig.

IG-Dokument: IG-Stellungnahme Richtplanverfahren IG-Dokument: IG-Argumentarium

«Neubau wegen Stickstoff und Mikroverunreinigungen nötig»

Behauptung Projektteam

Verschärfte Vorgaben ab 2028 erfordern vierte Reinigungsstufe und mehr Kapazität.

Belegte Fakten

Im AVAU-Jahresbericht 2023 heisst es, der Verband habe bezüglich der Stickstoffelimination «keinen Handlungsbedarf, da die geforderten Parameter bereits heute eingehalten werden». Das Dringlichkeitsgefühl für den 250-Millionen-Neubau wird künstlich erzeugt, indem notwendige Sanierungen am Altstandort bewusst aufgeschoben werden.

Offizielle Quelle: AVAU Jahresbericht 2023 IG-Dokument: IG-Argumentarium

«300 Meter Abstand zum Wohnquartier»

Behauptung Projektteam

Die neue ARA liege rund 300 m vom Wohnquartier entfernt.

Belegte Fakten

Die offizielle Behauptung von 300 m Abstand ist irreführend, da die Planer tricksen und von der Mitte des Quartiers bis zur Mitte der Anlage messen. In der Realität wird das Industrieareal unmittelbar an die ersten Wohnhäuser (erbaut 1957) herangebaut. Die gesamte Anlage erstreckt sich in einem minimalen Abstand von nur 10 bis 250 Metern direkt vor den Gärten der Anwohnenden.

Offizielle Quelle: MRR-Bericht Offizielle Quelle: Planungsunterlagen Offizielle Quelle: Lageplan

«Eine Grossanlage ist betriebssicher»

Behauptung Projektteam

Regionale ARA an geeigneten Standorten seien betriebssicher und zukunftsfähig.

Belegte Fakten

Ein zentraler Zusammenschluss für 30 Gemeinden schafft ein massives Klumpenrisiko. Ein technischer Defekt, Cyberangriff, Hochwasser oder Stromausfall legt die Abwasserreinigung der gesamten Region lahm. Können die Abwässer nicht mehr verarbeitet werden, müssten sie direkt und ungereinigt in die bestehenden Gewässer eingeleitet werden — eine massive Gefährdung der Umwelt wäre das Resultat. Dezentrale, modernisierte Teillösungen wurden von Beginn an nicht ernsthaft untersucht.

IG-Dokument: IG-Argumentarium

«Die Fotomontage der Gegner ist falsch»

Behauptung Projektteam

Die Fotomontage der Projektgegnerschaft stellt Ausdehnung, Technik und Anordnung der neuen ARA willkürlich beziehungsweise falsch dar. Geplant sei eine flächeneffiziente ARA nach modernstem Stand der Technik auf 4,2 ha (später 5,7 ha).

Belegte Fakten

Die offizielle Projektwerbung zeigt beschönigend nur die Erstausbaustufe (4,2 ha, später 5,7 ha), verschweigt aber die im Richtplanantrag geforderte Reservefläche von insgesamt 5,7 ha. Unsere Darstellungen basieren präzise auf den offiziellen Richtplan-Koordinaten und decken die wahren Ausmasse des Projekts auf.

Offizielle Quelle: ara-aarau.ch Offizielle Quelle: Richtplanunterlagen

«Keine mikroklimatischen Auswirkungen auf das Wohngebiet Siebenmatten»

Behauptung Projektteam

MRR-Bericht S. 66 (Lokal-)Klima — Auszüge: Vom Rosshübel her wird auch nach der Realisierung der ARA Aarau WSU ins Quartier Salenmatt mit starker Belastungssituation am Tag eingewirkt (nachts lediglich «weniger günstige» Situation). Das Layout der ARA Aarau WSU riegelt die Strömungsrichtung über die K107/die Suhre jedoch nicht ab (siehe Abb. 19). Die neu hinzukommende Bepflanzung wird ebenfalls einen Beitrag zur Milderung leisten können.

Belegte Fakten

Durch die massive Überbauung der Telli entsteht auf der vom Nord-/Westwind abgewandten Seite der Siedlung eine Wärmeinsel. Kreisende Milane über dem Gebiet belegen die vorherrschende Thermik. In der Nacht fliesst dieser Hitzepfropfen in Richtung Osten ab und wird heute durch die bewachsene Humusschicht der Lähe/Salenmatt abgekühlt und fliesst weiter in den Rohrer Schachen — was durch die Sogwirkung den Abfluss der Warmluft aus der Siedlung Siebenmatten begünstigt. Durch die Verbetonierung mit einer ARA würde die Salenmatt tagsüber massiv aufgeheizt. Die hohen Gebäude der ARA würden die erwärmte, abfliessende Luft aus der Telli am Abend und nachts aufstauen (verwirbeln) und nicht Richtung Osten abfliessen lassen. Die weiter erwärmte Luft würde nach Süden in das Wohnquartier Siebenmatten fliessen. Der bisher gewährleistete Abfluss der Hitze aus dem Wohnquartier in die Salenmatt würde gestört. Der vom Kaltluftentstehungsgebiet des Rosshübels erzeugte Drawdown wäre wirkungslos und hätte keinen Einfluss auf das Mikroklima. Die erwähnte Schutzbepflanzung (Entlaubung im Winter) hätte keinen Effekt. Das kleine Pflanzenvolumen würde für eine Beeinflussung der Situation nicht ausreichen. Der Entsiegelungseffekt auf dem aktuellen ARA-Standort in der Telli wird übertrieben bewertet und hätte keinen Einfluss auf die Gesamtsituation. Unsere Ausführungen, basierend auf einer Langzeitbeobachtung von über zehn Jahren, sind keine spekulative Theorie.

Offizielle Quelle: MRR-Bericht S. 66 IG-Dokument: IG-Argumentarium Offizielle Quelle: Langzeitbeobachtung IG

Häufige Fragen

Ausführlich beantwortet, nummeriert zum Nachschlagen — mit Gegenüberstellung von Projektteam und IG.

Prozess-Timeline

Wo stehen wir im Verfahren?

Verfolgen Sie den zeitlichen Ablauf: Von den historischen Beschlüssen über die aktuellen Planungen bis hin zur kritischen Abstimmung im Grossen Rat.

2021Abgeschlossen

Holinger-Bericht erscheint

Zusammenschlussstudie empfiehlt Regionalisierung, bestätigt aber: «Ausbau am bestehenden Standort ist technisch machbar.»

Dezember 2025Abgeschlossen

MRR-Bericht und Richtplanantrag eingereicht

Der Kanton Aargau erhält den Antrag auf Richtplananpassung A 1.1 zur Festsetzung des Standorts Lähe/Salenmatt.

April bis Mai 2026Abgeschlossen

Öffentliche Mitwirkung

Stellungnahmen möglich bis 29. Mai 2026 (abgelaufen). Die IG hat ihre Stellungnahme eingereicht.

voraussichtlich Anfang 2027Ausstehend

Entscheid im Grossen Rat

Der Kantonsrat beschliesst über die Richtplananpassung. Politisches Lobbying ist noch möglich.

ca. 2028Ausstehend

Kommunale Nutzungsplanung

Die Stadt Aarau passt die Zone an. Der Einwohnerrat entscheidet; hier besteht Einspracherecht.

ca. 2029Ausstehend

Verbandsgründung

30 Gemeinden stimmen über den neuen Abwasserverband ab, in vielen mit Referendum.

frühestens 2038Ausstehend

Inbetriebnahme (geplant)

Laut Projektwebseite frühestens 2038, sofern keine Rechtseinsprachen erfolgen.

Chronik

Aktuelles & Medien

Die geplante Gross-ARA Aarau WSU beschäftigt Bevölkerung, Politik und Medien. Hier finden Sie aktuelle Entwicklungen, Medienberichte und offizielle Informationen rund um das Projekt, den Standort Salamatt sowie die betroffenen Gewässer. Zusätzlich sind ausgewählte Berichte zu anderen Anlagen gekennzeichnet — etwa zu Wasserhaushalt, Bachschutz und Gerichtsurteilen. Ein aktuelles Beispiel aus Winterthur zeigt zudem: Ein Ausbau im laufenden Betrieb ist möglich — anders als es die Verantwortlichen der ARA Aarau WSU darstellen.

  1. Politik

    ARA-Regionalisierung: Suter verlangt Klärung zu Wasserfolgen

    Die Aarauer Stadträtin und SP-Nationalrätin Gabriela Suter hat dem Bundesrat kritische Fragen zur Regionalisierung von Kläranlagen gestellt. Im Zentrum steht, wie sich solche Zusammenschlüsse auf den regionalen Wasserhaushalt auswirken — etwa wenn gereinigtes Wasser nicht mehr in die lokalen Gewässer zurückfliesst. Auslöser ist ein Entscheid des Kantonsgerichts Basel-Landschaft: Vor einer Zentralisierung muss die Wasserführung der betroffenen Gewässer berücksichtigt und zwischen Wasserqualität und Wassermenge abgewogen werden. Suter will wissen, ob die bundesrechtlichen Vorgaben dafür ausreichen oder ob schweizweit klarere Regeln nötig sind. Die Fragen betreffen auch die geplante Gross-ARA Aarau WSU und die Wasserführung von Wyna, Suhre und Uerke.

    Aargauer Zeitung lesen
  2. Andere RegionVergleich · andere Region

    Merenschwand: Kanton sieht Konflikt mit dem Auengebiet

    In Merenschwand sucht die Gemeinde zusätzliches Trinkwasser. Ein Pumpwerk im oberen Schachen lehnte der Kanton auch im zweiten Anlauf ab. Die Aargauer Zeitung zitiert aus einem Brief von Landammann Stephan Attiger: «Das Gebiet steht im Konflikt mit dem angrenzenden Auengebiet und je nach Situation auch mit dem angrenzenden Amphibienlaichgebiet.» Die Gemeinde prüft nun eine Fassung im Gebiet Rotlaub. Auch der Standort Lähe/Salenmatt liegt unmittelbar neben dem Auenschutzpark. Dort sollen die Auswirkungen auf Grundwasser und Auen aber erst im weiteren Verfahren vertieft geprüft werden.

    Aargauer Zeitung lesen
  3. Wasser & Umwelt

    Wasserknappheit im Suhrental: Grundwasser aus Aarau wird bis Reitnau gepumpt

    Die Wassersituation im Suhrental bleibt angespannt. SRF berichtet über einen aussergewöhnlichen Versuch: Während 16 Tagen wurden im August rund 3'000 m³ Grundwasser aus Aarau über eine Strecke von rund 18 Kilometern bis nach Reitnau gepumpt. Die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig die langfristige Betrachtung des Wasserhaushalts im Suhren-, Uerken- und Wynental ist. Im Zusammenhang mit der geplanten Zentralisierung der Abwasserreinigung stellt sich deshalb auch die Frage, wie sich der Wegfall der heutigen Einleitungen von gereinigtem Abwasser langfristig auf die Wasserführung der betroffenen Bäche auswirkt.

    SRF-Bericht lesen
  4. Dialog

    Gespräch zwischen IG und Stadtrat Aarau

    Am 10.09.2026 fand ein Gespräch zwischen Vertretern der IG und einer Abordnung des Stadtrates Aarau (Hanspeter Hilfiker, Gabriela Suter, Nina Suma) statt. Die Stadträte legten die Haltung der Stadt Aarau zum vorgeschlagenen Standort dar (positiv mit Vorbehalten). Inputs der IG-Vertreter wie z. B.: – dass die vorgesehene Zufahrt nicht wie geplant umsetzbar sei; – dass durch die unmittelbar an das Wohngebiet angrenzende Lage und den Durchbruch durch den Lärmschutzwall zum Staffeleggzubringer die dortige Bevölkerung von Aarau Lärm- und Geruchsimmissionen ausgesetzt würde; – dass es unverantwortbar sei, eine derartige Riesenabwasserreinigungsanlage in den direkten Zuströmbereich des für die Region Aarau wichtigsten Trinkwasserpumpwerks zu erstellen; – und dass die Unterlagen zur Standortevaluation nachweislich falsch und fehlerhaft seien; wurden zur Kenntnis genommen. Sich daraus ergebende Fragen konnten die Vertreter des Stadtrates nicht beantworten, sie verwiesen wiederholt darauf, dass die entsprechenden Abklärungen erst in nachgelagerten Planungsschritten gemacht werden sollen. Auf die Frage, welche Vorteile sich für die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Aarau aus der Umsetzung am geplanten Standort Lähe/Salenmatt ergäben, führten die Vertreter des Stadtrates einzig aus, dass die Stadt Aarau damit eine neue und topmoderne Abwasserreinigungsanlage erhalte. Die Frage, ob eine neue Anlage zwingend am Standort Lähe/Salenmatt liegen müsse, wurde damit nicht beantwortet.

Mitmachen

So können Sie mitwirken

Die Vernehmlassungsfrist des Richtplans ist abgelaufen, doch die politische Weichenstellung erfolgt erst voraussichtlich Anfang 2027. Jede Stimme zählt, um Kulturland, die Landschaft von kantonaler Bedeutung und das Naherholungsgebiet zu schützen.

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Wichtigster Hebel

Aktiv werden: Grossräten schreiben

Der Grosse Rat entscheidet voraussichtlich Anfang 2027 über die Richtplananpassung. Wählen Sie aus 140 Grossrätinnen und Grossräten (nach Fraktion) und senden Sie direkt Ihre Bedenken per E-Mail.

Schutz der Auenlandschaft

«Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen.»

— Antoine de Saint-Exupéry

Für den dauerhaften Erhalt der wertvollen Natur und des Trinkwasserreservoirs in der Lähe/Salenmatt. Schützen wir diesen Lebensraum gemeinsam.

Unterlagen und Dokumente

Stellungnahme der IG sowie offizielle Projektunterlagen zum Herunterladen.

  • IG Mitwirkung im Richtplanverfahren (Mai 2026)

    Formelle Stellungnahme der IG «Pro Naturraum Aarau Rohr» an den Kanton Aargau.

    Download PDF
  • ARA Aarau WSU — Erläuterungsbericht (Dez. 2025)

    Erläuterungsbericht des Projektteams ARA Aarau WSU zum Richtplanverfahren (Stand Dezember 2025).

    Download PDF
  • ARA Aarau WSU — Beilage Zusammenschlussstudie (Feb. 2021)

    Beilage zum Erläuterungsbericht: Zusammenschlussstudie von Holinger (Februar 2021).

    Download PDF